Dorfleben

Vorwort:
Malbergweich steht stellvertretend für einen Brauch vielerorts in der Eifel zum ersten Fastensonntag: Das "Hüttenbrennen" oder wie wir es nennen "Scheew - Sundich". Das ursprüngliche Fastenfeuer findet seit langer Zeit seine Fortsetzung als Frühlingsfeuer zwischen dem Winter- und Sommerhalbjahr. Man kann nur über die Entstehung und den tieferen Sinn Vermutungen anstellen; aber es ist durchaus zu verstehen, dass man den Winter verbrennen und durch diesen Brauch Lebenskraft erwecken wollte.
 

Am ersten Sonntag nach der Fastnacht wird „de Wannter verbraant". Die Dorfjugend sammelt an diesem Tag Stroh und andere brennbare Materialien. Auf einer Anhöhe nahe am Ort (ob demm Welja) werden zwei Baumstämme mit dem Stroh umwickelt und in Kreuzform zusammengefügt und aufgestellt. Nach Einbruch der Dunkelheit wird dieses Kreuz angezündet und ist weithin sichtbar. Nach getaner Arbeit ziehen die Jugendlichen von Haus zu Haus. Mit dem Spruch „für den armen Feuermann, wollen wir paar Eier hann" bitten sie um ihren Lohn. Bei dem Paar das zuletzt den Bund fürs Leben geschlossen hat kehren sie danach ein. Die junge Frau ist dann zuständig aus den gesammelten Eiern eine herzhafte Speise zuzubereiten. Da neben den Eiern auch Geld gespendet wird kommen auch die Getränke nicht zu kurz. So soll es vorkommen das der Montag bei manchen mit einem dumpfen Gefühl in Kopf und Bauch beginnt.
Noch 30 Tage

Der „Fetten - Dunnichdich" ist nicht nur als „Weiberfastnacht" bekannt,
sondern auch ein großer Tag für die Kinder.
In ihren Kostümen ziehen sie durch das Dorf und singen vor jedem Haus die Lieder:

Graas Graas Kromet,
de Hohner blekke Blomen,
de Hoahnen pekken Dreek,
jeff ma e jot Stekk Speek.

Ich bin ein kleiner König,
gib mir nicht zu wenig,
lass mich nicht zu lange steh´n,
denn ich muss noch weiter geh´n.


Nachdem sie für ihren Gesang Süßigkeiten oder ähnliches erhalten haben, geht es weiter zum nächsten Haus. So ist gegen Ende der Tour die Tasche recht schwer und die Hilfe der Mutter ganz angenehm(aber nur zum tragen).

Noch 20 Tage

Nach einer Legende fliegen die Glocken am Gründonnerstag nach Rom, und kehren erst Ostersonntag zurück. Die Aufgaben der Glocken übernehmen in dieser Zeit die Klapper- Mädchen und Jungen. Sieh ziehen mit ihren Klappern morgens, mittags und abends durch das Dorf. Morgens und abends rufen sie "et leit Beatgloock", am Mittag "et leit Mettich". Am Ostermorgen erschallt der Ruf "stitt ob, stitt ob, et ass Usterdaach".

 

Im laufe des Vormittags gehen die "Klapperer" von Haus zu Haus. Mit dem Ruf "Ajer rous, Ajer rous, sos schecke ma eeich de Woolf ant Hous" sammeln sie ihren Obolus ein. Die eingesammelten Eier (Süßigkeiten und Geld) teilen die "Klapperer" unter sich auf. Für die, die nicht immer mitgegangen sind gibt es im Verteilerschlüssel Abzüge.

Noch 69 Tage

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Unsere Bilder zeigen die Aufstellung des Maibaums 2004

Noch 98 Tage